VW-Abgasmanipulation

Mögliche Schadensersatzansprüche für Aktionäre

auto auspuffrohrNach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals wenden sich immer mehr Aktienanleger an ihre Finanzberater mit der Frage, ob sie Schadensersatz geltend machen können. Der VSAV fragte bei der Kanzlei mzs Rechtsanwälte nach, was Vermittler und Berater dazu wissen sollten.

Von Dr. Thomas Meschede

Der VW-Skandal um die Abgasmanipulation von weltweit bis zu 11 Millionen PKW platze in die deutsche Nachrichtenlandschaft wie eine Bombe. Private und institutionelle Investoren traf die Nachricht völlig unvorbereitet, ein derber Kurssturz war die Folge. Lassen sich aus dem Verhalten des VW-Managements Schadensersatzansprüche ableiten? Die Fachkanzlei mzs Rechtsanwälte aus Düsseldorf hat bereits ein Kapitalanleger-Musterverfahren (KapMuG-Verfahren) gegen VW vor dem Landgericht Braunschweig eingeleitet, um diese Frage zu klären. Der VSAV hakte nach.

„Wir gehen davon aus, dass jedenfalls die Aktionäre, welche ab Mitte Mai 2014 VW-Aktien erworben und bis zum Bekanntwerden der Abgasmanipulation gehalten haben, gute Aussichten auf Schadensersatz besitzen“, sagt Dr. Thomas Meschede, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Partner der mzs Rechtsanwälte. Denn das in den USA ansässige International Council on Clean Transportation (ICCT) hatte in Zusammenarbeit mit der West Virginia University am 15. Mai 2014 eine Studie veröffentlicht, nach der bei Abgasmessungen von Dieselfahrzeugen der VW-Gruppe große Differenzen beim Stickoxidausstoß festgestellt worden waren. VW wurde seitens des ICCT umgehend über diese Studie informiert und stand seit der Veröffentlichung über Monate im intensiven Austausch mit dem ICCT und der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA. „Nach unserer Auffassung wäre VW ab Kenntnisnahme von der ICCT-Studie verpflichtet gewesen den Kapitalmarkt mittels einer so genannten Ad-hoc-Mitteilung über die Unregelmäßigkeiten zu informieren“, ergänzt Dr. Meschede. Da diese Information unterblieb, können Aktionäre nach Auffassung der mzs Rechtsanwälte Schadensersatz gemäß § 37b WpHG verlangen.

Bei dem KapMuG-Verfahren beim OLG Braunschweig handelt es sich um ein Musterverfahren, in dem über die entscheidenden Fragen der Haftung von VW gegenüber seinen Aktionären entschieden wird. Die Aktionäre können sich durch Einreichung einer Klage oder durch spätere Anmeldung an dem Musterverfahren beteiligen.

Nach der Rechtsprechung des BGH steht dem Aktionär im Falle einer pflichtwidrig unterlassenen ad-hoc-Mitteilung Anspruch auf Erstattung des so genannten Erwerbsschadens zu. Im Klartext: Rückzahlung des Erwerbspreises Zug um Zug gegen Übertragung der Aktien auf VW. Alternativ kann der Aktionär seine Forderung auch auf den so genannten Kursdifferenzschaden beschränken. Der definiert die Differenz zwischen dem Erwerbspreis und dem hypothetischen Kurs, welchen die Aktie im Zeitpunkt des Erwerbs bei rechtzeitiger Veröffentlichung der Abgasmanipulation besessen hätte. Wir gehen von einem geschätzten Kursdifferenzschaden bei VW-Stammaktien iHv ca. € 50,15 je Aktie aus. Im Falle VW handelt sich um die Differenz zwischen dem Schlusskurs im Xetra-Handel am Freitag, den 18.09.2015 in Höhe von € 161,35 und dem Schlusskurs am Dienstag, den 22.09.2015 in Höhe von € 111,20.

Die Verjährungsfrist für die Geltendmachung von Schadensersatz beträgt ein Jahr ab Bekanntwerden der Abgasmanipulation. Dementsprechend läuft sie mindestens bis zum 18.09.2016. Für Aktionäre, welche VW-Aktien erst ab dem 10.07.2015 erworben haben, läuft eine 3-jährige Verjährungsfrist ab Ende dieses Jahres. Denn die hier grundlegende Regelung in § 37 b WpHG wurde just zum 10.07.2015 im Hinblick auf die Verjährungsfrist zu Gunsten der Aktionäre geändert (durch das „Kleinanlegerschutzgesetz“).

Unter www.abgasmanipulation-recht.de können interessierte VW-Aktionäre per E-Mail eine erste kostenfreie Ersteinschätzung ihrer Erfolgschancen auf Schadensersatz anfordern. mzs Rechtsanwälte informiert die Interessenten sodann über alle relevanten Entwicklungen fortlaufend.

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Dr. Thomas Meschede
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